Fallensteller holt Swisscom an Bord

Schweizer Konzern beteiligt sich am Start-Up CyberTrap, das Hackerattacken abwehrt.

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Schweizer Konzern beteiligt sich am Start-Up CyberTrap, das Hackerattacken abwehrt.

Ob Hacker in Wirklichkeit so arbeiten, wie sich das Hollywood vorstellt? Zumindest ist zweifelhaft, ob sie stets mit Kapuzenpulli vor der Tastatur hocken. Abseits filmischer Phantasien spielen Cyber-Attacken in der Realität aber eine große Rolle: Alle 40 Sekunden kam es im Vorjahr laut Kaspersky zu Attacken auf Unternehmen, gar alle zehn Sekunden auf Privatpersonen. Besonders die gezielte Verschlüsselung von Daten samt anschließendem Erpressungsversuch gehört zu den beliebten Methoden der Gauner. Zumindest aber führen Spam-Mails & Co. in vielen Bereichen zu einer argen Beeinträchtigung der Arbeit.

Fallensteller in Wiener Neustadt

Ein Start-Up, das mit einer ungewöhnlichen Methode jene Hacker bekämpfen will, die böse Absichten haben, sitzt in Wiener Neustadt (Niederösterreich): CyberTrap nennt sich die von Jack Wagner (im Bild oben) und Avi Kraitz gegründete Firma. Das Geschäftsmodell: Hackern eine Falle stellen. Mit Hilfe sogenannter Deception Technology (Täuschungstechnologie) sollen die Gauner in eine IT-Umgebung gelockt werden, wo es offenbar wichtige Dokumente zu holen gibt. In Wirklichkeit handelt es sich um kein echtes Unternehmen, sondern es sollen auf diese Weise die Aktivitäten der Hacker beobachtet und analysiert werden.

Swisscom: Kunde und Teilhaber

Zu den Kunden des österreichischen Start-Ups zählt auch der Schweizer IT- und Telekom-Konzern Swisscom. Nun hat sich die Swisscom über ihre Risikokapitalsparte bei CyberTrap beteiligt. Neben der finanziellen Unterstützung, über deren genaue Höhe nichts bekannt gegeben wird, soll auch Zugang zu technischer Infrastruktur sowie Vertriebskanälen zur Verfügung gestellt werden (rechtliche Details zum Deal gibt es hier). Man wolle zudem vom raschen Wachstum des Start-Ups profitieren, heißt es seitens der Swisscom. Für CyberTrap-Geschäftsführer Jack Wagner bietet der neue Teilhaber die Chance, mehr Firmen in der Schweiz anzusprechen. Mit Hilfe seiner Technologie könnten wirtschaftliche abgewendet werden – diese wird als Security-as-a-Service angeboten, also als externes Modell, bei dem die Software via Internet bereitgestellt wird.