Deutsches Start-Up ist Verbrechern auf der Spur

Scanovis will rasches, berührungsloses Scannen von Fingerabdrücken ermöglichen, Crowdfunding-Kampagne angelaufen.

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Scanovis will rasches, berührungsloses Scannen von Fingerabdrücken ermöglichen, Crowdfunding-Kampagne angelaufen.

Am Tatort nehmen die Experten der Spurensicherung ihre mühevolle Arbeit auf - man kennt das ja aus dem Fernsehen. In der Realität ist das Aufspüren und Sichern der (unabsichtlichen) Hinterlassenschaften von Tätern noch viel aufwändiger. Das gilt zum Beispiel für Fingerabdrücke: Diese werden meistens mit Pinsel und Rußpulver sichtbar gemacht, dann mit Hilfe von Klebefolien abgenommen und im Labor untersucht. Ein deutsches Start-Up will diese Arbeit nun deutlich einfacher und vor allem rascher machen: Scanovis hat nach eigenen Aussagen Scanner entwickelt, die das Erfassen und Weiterverarbeiten solcher Abdrücke in weniger als einer Minute ermöglichen. Auch auf Untergründen wie Papier oder Gewebe sollen diese sichtbar werden, der Einsatz von Chemikalien ist nicht nötig.

Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens ist Jürgen Marx, der Erfahrung im Bereich Oberflächentechnik hat, unter anderem bei industriellen Mess-Systemen in der Lebensmittelbranche. Die Scanner von Scanovis bestehen aus einem Infrarot-Laser, einem Polygonspiegel, einer Korrekturlinse, einem sogenannten Modulator (Messung der Entfernung zwischen Linse und Objekt) sowie der entsprechenden Software. Es sind drei unterschiedliche Produkte geplant, darunter eine Variante für den mobilen Einsatz am Tatort.

Vor kurzem wurde ein Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Funder Nation gestartet, über die Scanovis mindestens 75.000 Euro einnehmen will. Bisher wurden knapp 39.000 erzielt, die Kampagne läuft noch mehr als zwei Monate. Damit soll ein erstes Gerät bis zur Produktionsreife gebracht und auch bereits verkauft werden. Zielgruppe für die Scanovis-Produkte sind vor allem die Kriminalpolizei sowie die diversen Landeskriminalämter.

Bild: WikiCommons, Frettie