Crowdfunding-Plattform entdeckt die Gamer

Österreichisches Portal Conda startet Spiele-Schwerpunkt mit einem Revival des "Industriegiganten"

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Österreichisches Portal Conda startet Spiele-Schwerpunkt mit einem Revival des "Industriegiganten".

PC- und Konsolen-Spiele mit Hilfe von Crowdfunding zu finanzieren erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Potenzielle Spieler können für "ihr" Spiel leicht begeistert werden und die Aussicht, als erste das fertige Game in Händen zu halten oder zusätzliche Spielelemente zu erhalten, ist sehr verlockend. Nun springt die österreichische Crowdinvesting-Plattform Conda auf den Zug auf und hat ein eigenes Sub-Portal zur Gaming-Szene ins Leben gerufen: Dort sollen in Zukunft Spiele-Projekte finanziert werden.

Guter Beginn

Den Anfang ist durchaus vielversprechend für Conda: Die Kampagne für ein Spiel namens "Der Industriegigant" war nach zwei Tagen schon übers Ziel hinausgeschossen. 100 Euro beträgt die Mindestinvestitionssumme, per Stand 22. Mai haben insgesamt 88 Investoren rund 66.000 Euro in das Projekt gesteckt. Genau genommen handelt es sich bei dem Investment um ein Nachrangdarlehen (unbesichertes Risikokapital) mit einer Mindestverzinsung von 4,5 Prozent und einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Maximal 5.000 Euro können investiert werden, neben der Aussicht auf Zinsen gibt es auch diverse Goodies für Gamer - von dem fertigen Spiel selbst über die Nennung als Geldgeber in den Credits bis zum Einbau eines entsprechenden Banners im Game. Investoren sollten sich aber auch bewusst sein, dass ein solches Investment stets das Risiko des Totalausfalls in sich trägt; Conda weist darauf auch dezidiert hin.

Das Spiel ist die dritte Auflage des "Industriegiganten", von dem erstmals 1997 herausgebrachten Game waren bisher insgesamt zwei Millionen Stück verkauft worden. Die Ursprungsversion war vom österreichischen Entwickler JoWooD, der 2011 pleite ging, hergestellt worden. Die Neuauflage wird von einem deutschen Tochterunternehmen des österreichischen Spieleentwicklers UIG produziert. Dieser hat sich auf Titel wie "Der Landwirt" oder "Flughafensimulator" spezialisiert. Mit einigem Erfolg: Solche Simulationen sind trotz (oder gerade wegen) des offensichtlich eher alltäglichen Inhalts recht beliebt.

Vorbild Star Citizen?

Heftige Diskussionen gibt es indes derzeit über ein ungleich größeres Spieleprojekt, das über Crowdfunding finanziert werden soll: "Star Citizen" nennt sich das Spiel des US-Amerikaners Chris Roberts, das teilweise bereits spielbar ist und nächstes Jahr dann zur Gänze fertiggestellt sein soll. "Ich will kein Game, ich will ein Universum bauen", verkündet Roberts, Schöpfer der Wing Commander-Spiele, stets vollmundig. Nicht weniger als 82 Millionen Dollar wurden bisher von rund 900.000 Spielern in das Projekt gesteckt. Zunehmend werden nun aber Stimmen laut, die Versprechen könnten letztendlich nicht erfüllt werden. Manche Spieler haben viele tausend Dollar in Zusatzelemente gesteckt. Das Erscheinungsdatum wurde immer weiter nach hinten verlegt, das bisher Fertiggestellte ist nicht wirklich atemberaubend. Zuletzt kam vom US-Magazin Wired heftige Kritik an Roberts.

Doch das tut der Euphorie keinen Abbruch - wie generell das Gefühl, aktiv an der Entwicklung eines Spiels dabei zu sein, die Kombination aus Crowdfunding und Gaming für die nächsten Jahre erfolgsversprechend erscheinen lässt.

YouTube-Filmchen über das "Industriegiganten"-Spiel:

Bild oben: Fotolia - blackday