Geld sammeln für Mini-Photovoltaik-Anlage

Stromversorger oekostrom startet Crowdfunding-Kampagne für baldige Serienfertigung des Solarzwergs "Simon"

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Stromversorger oekostrom startet Crowdfunding-Kampagne für baldige Serienfertigung des Solarzwergs "Simon".

140 mal 70 Zentimeter sind die Eckdaten von Simon. Das ist eine Mini-Photovoltaikanlage, die man beispielsweise an das Geländer eines Balkons hängen kann und die bis zu 150 Watt erzeugen kann. Das soll genug sein, um ein Essen für zwei Personen zuzubereiten. Wer also demnächst sagen will, er habe seine Bio-Spaghetti ausschließlich mit der Kraft der Sonne zubereitet, könnte sich für Simon interessieren.

Derzeit gibt es die Anlage aber noch nicht zu kaufen, denn zunächst müssen über eine soeben gestartete Crowdfunding-Kampagne 1000 Vorbesteller lukriert werden. Initiator ist der Stromversorger oekostrom, der mit dem Ding die "erste steckdosenfertige PV-Anlage mit integriertem Wechseltrichter" herausbringt. Der erste Prototyp sei hergestellt, für die Serienfertigung wartet oekostrom aber auf entsprechende Unterstützung bei Alternativenergie-Fans. Das Wiener Unternehmen ist auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen spezialisiert und hat in Österreich derzeit rund 40.000 Kunden.

Interessant ist das Projekt deshalb, weil die Idee von einer Dezentralisierung der Stromversorgung mit Hilfe vieler kleinerer "Kraftwerke" damit vorangetrieben wird. Üblicherweise bedingen Photovoltaik-Anlagen aber nicht nur ausreichend Platz, sondern auch einige finanzielle Mittel. Für Simon hingegen sind genau 499 Euro notwendig - so viel bezahlen die ersten tausend Unterstützer der Kampagne, Zustellung inklusive. Später sind hundert Euro mehr zu berappen. Eine Anlage wie Simon wird gemeinhin auch als "Solarzwerg" bezeichnet (technische Details gibt es hier als pdf).

Die Crowdfunding-Kampagne läuft über 1000x1000, über eine Ausweitung nach Deutschland wird nach Angaben von oekostrom derzeit verhandelt. Hinter dem Projekt Simon steckt Simon Niederkircher, seines Zeichens Solarenergie-Experte bei oekostrom, der die Anlage in einjähriger Arbeit entwickelt hat.

Nachtraag 22. Mai:

Wie die oekostrom AG heute mitteilt, konnte Greenpeace Energy als Unterstützer für das Projekt gewonnen werden. Die deutsche Energie-Genossenschaft, die sich um die Versorgung mit umweltfreundlicher Energie kümmert, ist von der Umweltschutzorganisaton unabhängig tätig, diese hält nur einen Mini-Anteil. Greenpeace Energy-Vorstand unterstützt das Projekt Simon, weil damit jeder "Teil der Energiewende" werden könne.

YouTube-Video über das Projekt Simon: