Start-Up Nightswapping will AirBnB Konkurrenz machen

Eine weitere Alternative zu Hotels bietet das französische Start-Up NightSwapping.

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Eine weitere Alternative zu Hotels bietet das französische Start-Up NightSwapping.

Ein virtuelles Geld, mit dem man Aufenthalte in Paris, London oder Wien bezahlen kann? Nein, die Rede ist nicht von Bitcoins, sondern von Nächten. Ja, richtig gelesen: Von Nächten. Genau mit dieser "Währung" handelt nämlich das junge Pariser Unternehmen NightSwapping. Die Grundidee: Man bezahlt den Aufenthalt in Form von Nächten, die man wiederum selbst durch das Vermieten eigener Räumlichkeiten erwirbt. Also eine Weiterentwicklung der Airbnb-Idee, bei der Menschen ihre Privatquartiere Reisenden gegen Gebühr zur Verfügung stellen. Ein Geschäftsmodell, das für Furore sorgt und im Tourismus hektische Diskussionen über rechtliche Grundlagen und wirtschaftliche Auswirkungen bewirkt hat.

Genau genommen gibt es bei NightSwapping drei Möglichkeiten, an eine günstige Unterkunft zu kommnen: "NightSwap" in einem Raum, man mietet also ein Zimmer, während der Besitzer da ist. Oder man nistet sich in einem Haus ein, während der Besitzer weg ist (und bezahlt mit Nächten). Oder man tauscht einfach das Quartier, lässt also jemanden anderen in seiner Bleibe übernachten, während man sein Haus oder seine Wohnung nutzt.

NightSwapping ist 2012 gestartet, bisher gibt 50.000 Mitglieder in 150 Ländern; rund 10.000 Quartiere in aller Welt sind gelistet. Das Unternehmen hat heute Niederlassungen in Paris und Lyon und beschäftigt 20 MitarbeiterInnen. Im September hat NightSwapping, das in Frankreich unter dem Namen Cosmopolit Home firmiert, von Investoren insgesamt zwei Millionen Euro für die weitere Expansion erhalten.

Im Interview mit techzoom erläutert NightSwapping-CEO Serge Duriavig seine Ideen und sein Geschäftsmodell.

Wie kamen Sie auf die Idee für NightSwapping?

Serge Duriavig, CEO von NightSwapping: Ich war auf einer Party mit ein paar Freunden, als wir über den Tausch von Quartieren gesprochen haben. Nichts für eine Unterkunft zu zahlen, der gleiche Komfort wie daheim und eine rasche Eingewöhnung an die Kultur des Landes – das schien ein perfekter Weg. Davon war ich sofort begeistert und habe es auch dreimal selbst ausprobiert. Aber ein Wohnungstausch zur richtigen Zeit und mit den Standards, die man von daheim gewohnt ist, ist schwierig. Daher habe ich mir ein neues Konzept ausgedacht, basierend auf den vorhandenen, aber ohne die Nachteile. Und so wurde Nightswapping geboren!

Wie viele Leute haben sich schon registriert?

NightSwapping hat nun mehr als 60.000 Mitglieder in mehr als 150 Ländern, davon 85 Prozent in Europa, zehn Prozent in den USA und der Rest aus aller Welt.

Was wollen Sie erreichen, also wie viele Standorte und wie viele Benutzer?

Wir wollen die weltweite Referenz für „Peer-to-Peer“-Reisen werden mit mehr als 150.000 Unterkünften in aller Welt. Und mit lokalen Repräsentanzen auf fünf Kontinenten wollen wir eine Community von einer Million NightSwappers aufbauen.

Was aber ist der Unterschied zu anderen Plattformen wie AirBnB oder Couchsurfing?

Genau wie Airbnb, Couchsurfing und HomeExchange decken wir alle Aspekte des Übernachtens bei Einheimischen ab, aber ohne die Nachteile. Es ist kostenlos, flexibel, freundlich, authentisch und komfortabel. Sehen wir uns mal Airbnb im Vergleich an: Wir sind auch offen für Vermieter, die Unterkunft ist gratis, es gibt keinen Geldtransfer zwischen Reisenden und Gastgebern. Im Vergleich zu Couchsurfing bieten wir mehr Komfort, weil man ja ganze Unterkünfte benutzen kann, nicht nur Sofas oder Zimmer. Man kann außerdem auch als Familie oder Gruppe verreisen, außerdem gibt es mehrsprachigen Support. Im Vergleich zu HomeExchange oder HomeAway sind wir zu 100 Prozent kostenlos, es gibt keine Abogebühr und keine Bindung.

Wie sieht dann der typische NightSwapper aus?

Ich würde sagen, er ist zwischen 28 und 35 Jahren alt, gut verbunden, liebt Reisen und bevorzugt gemeinschaftliches Erleben. Die NightSwapper wollen eine innovative Möglichkeit des Reisens und lieben authentische Erlebnisse. Allgemein gesagt, ist unsere Plattform offen für alle, ob Vermieter oder Reisender, jung oder alt, Single oder Familie. Die Sharing Economy spricht ja viele an.

Im Bild oben: Serge Duriavig, Gründer von NightSwapping.