Forschungszentrum fördert Start-Ups

Markus Klemen erläutert, weshalb ausgerechnet ein Forschungszentrum ein Accelerator-Programm startet

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Markus Klemen erläutert, weshalb ausgerechnet ein Forschungszentrum ein Accelerator-Programm startet

Am Montag dieser Woche trafen sich Experten und Politiker, um bei einem Sicherheitskongress über Cybersicherheit zu diskutieren. Veranstaltet wurde dies vom "Kuratorium sicheres Österreich" (KSÖ). Die sogenannte Cybersicherheitswirtschaft und die Sicherung des digitalen Standorts waren die Hauptthemen.

Spannend für junge Unternehmer in diesem Umfeld war eine Ankündigung des auf IT-Sicherheit spezialisierten Forschungszentrum SBA Research: Laut Geschäftsführer Markus Klemen soll mit einem Accelerator-Programm Start-Ups unter die Arme gegriffen werden. Es sollen unter anderem Büroflächen zur Verfügung gestellt werden, ebenso soll es Hilfe bei der Finanzierung und auch Sales-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum geben. SBA Research ist die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung zum Thema Cybersecurity in Österreich und wurde von TU Wien, TU Graz und Universität Wien gegründet.

techzoom sprach mit Markus Klemen über die Details dieses Programms.

Was ist die Motivation für das Accelerator-Programm von SBA Research?

Markus Klemen: Als gemeinnütziges Forschungszentrum halten wir es aus Sicht der Standortsicherung und des langfristigen Kompetenzerhalts für unbedingt notwendig, die Entwicklung der Security Start-Up Szene in Österreich aktiv zu fördern und zu unterstützen.

Wann könnte es konkret starten?

Ab sofort. Derzeit finalisieren wir das Maßnahmenpaket, unter anderem in Bezug auf mittelfristige Finanzierungsmöglichkeiten durch Capital Venture Partner. Ab Anfang März wird das komplette Unterstützungportfolio zur Verfügung stehen.

Gibt es interessante Start-Ups in diesem Bereich?

Es gibt einige wenige, relativ junge IT-Security Unternehmen in Österreich, die vielversprechend sind, aber nicht mehr unmittelbar als Start-Up bezeichnet werden können. Über die europaweite IT-Security-Startupszene machen wir uns derzeit in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Universitäten in Österreich und unseren Nachbarstaaten ein genaueres Bild.

Cyber-Security ist derzeit ein gefragtes Thema – aber wird es über längere Zeit so bleiben?

Die Vernetzung der Computersysteme und der physischen Welt (cyber-physical systems, Anm.) wird auch in den nächsten Jahren massiv voranschreiten, da dies eine der letzten möglichen Produktivitätssteigerungsmöglichkeiten für Unternehmen verspricht. Damit werden auch die sicherheitstechnischen Probleme und Herausforderungen nicht weniger werden, sondern eher noch zunehmen.

Was erhofft sich SBA Research selbst von dem Programm?

Langfristig eine aktivere IT-Security Szene in Österreich und zukünftige zusätzliche Kooperationspartner für spannende Forschungsvorhaben.

Sie sprechen hier von Österreich. Wird das Programm also nur für österreichische Start-Ups gelten?

Nein, allerdings werden wir aktiv versuchen, mögliche Interessenten nach Wien zu bekommen, um den Standort Wien als einen Konzentrationspunkt für IT-Sicherheitsforschung und –entwicklung zu etablieren. Diesbezüglich führen wir auch Kooperationsgespräche mit der Stadt Wien bzw. diversen Initiativen rund um die Stadt Wien, die ähnliche Ziele verfolgen.

*Bild oben: SBA-Research-Geschäftsführer Markus Klemen (Bild Klaus Ranger, beigestellt) *