wemakeit: "Dynamik für die Szene"

Interview mit Simone Mathys-Parnreiter, Verantwortliche der Österreich-Ausgabe der Crowdfunding-Plattform wemakeit.

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Interview mit Simone Mathys-Parnreiter, Verantwortliche der Österreich-Ausgabe der Crowdfunding-Plattform wemakeit.

Am 3. März erfolgt der offizielle Start der Crowdfunding-Plattform wemakeit in Österreich (wir haben vor kurzem darüber berichtet). In ihrer Heimat haben die Betreiber in den vergangenen drei Jahren Projekte im Gesamtwert von umgerechnet rund 7,1 Millionen Euro finanziert.

techzoom.at hat mit Simone Mathys-Parnreiter gesprochen, der Verantwortlichen für Österreich. Die Kulturmanagerin ist derzeit im Land unterwegs, um die Potenziale von Crowdfunding zu erläutern. Zum Start sollen 13 Projekte online sein, unter anderem ein Online-Shop für Kreativunternehmen und ein Bio-Supermarkt.

techzoom.at: Was war für wemakeit der Grund, in Österreich zu starten?

Simone Mathys-Parnreiter: wemakeit ist super aufgestellt: Wir sind die zweitgrößte deutschsprachige Plattform und haben mit 70 Prozent eine der höchsten Erfolgsquoten weltweit. Das ist ein guter Grund über den nationalen Tellerrand zu schauen, zumal diese Grenze in der digitalen Welt nicht gezogen ist. In Deutschland sind wir schon seit einem Jahr aktiv. Österreich ist für uns spannend als Nachbarland mit einem riesigen Potenzial: Auf der einen Seite gibt es viele aktive Szenen, von Kultur bis Startup, zum anderen beginnt Crowdfunding als Finanzierungsmodell erst zu greifen. Mit unseren Ansätzen von hohem Service und persönlicher Betreuung und Interesse an regionalen Projekten, glauben wir gut zu Österreich zu passen und haben ja auch in Österreich gut vernetzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort.

Wie schätzen Sie die österreichische Start-up-Szene ein?

Hier ist viel in Bewegung. Die Tatsache, dass man von einer Szene sprechen kann ist schon großartig und nicht selbstverständlich. Grössere und kleinere Player - von Pioneers über Austrian Startups zu lokalen Initiativen wie dem Ideentriebwerk Graz - leisten super Vernetzungsarbeit, die nach innen wie außen wirkt. Es ist viel Energie da, viel Potential und die Bereitschaft die Chancen, die Netzwerke bieten auch zu nutzen. Ich wünsche der Szene und dem Standort Österreich, dass zu ihrer Entfaltung auch noch einige rechtliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten leichter oder klarer werden - von GmbH light bis zu Crowdinvesting. Wir glauben, dass Crowdfunding generell weitere Dynamik in die Szene bringen kann und freuen uns, Teil davon zu sein. Bei unserem Launch am 3.März werden auch einige Startups mit an Bord sein…

Gibt es inhaltliche Schwerpunkte in Österreich?

Wir sind thematisch offen - von Kultur über Foodprojekte, Technologie und Landwirtschaft bis zu Community-Projekten oder Social Businesses. Das spannende an reward-based Crowdfunding ist ja, dass es im Kern einfach ist und dabei vieles kann: Projekte ermöglichen, einen Markt testen, Produkte vorfinanzieren und vorverkaufen, Kunden aktivieren und binden.

Sie betonen persönliche Beratung als Ihren USP – wie soll das in der Praxis umgesetzt werden?

Bei uns geht kein Projekt online, mit dem wir nicht persönlich kommuniziert haben. Das passiert in jedem Fall im Zuge der Erstellung des Projektes auf unserer Website. Sind die Projektinitiatoren damit soweit fertig, schaut sich jemand von uns das gesamte Projekt an und gibt Feedback und weitere Tipps. Diese Schlaufe kann auch ein paar Mal genommen werden, bis es für die Leute passt. Zusätzlich gibt es regelmässig Beratungsnachmittage - das Format nennen wir "Go&See wemakeit" - sowie Infoveranstaltungen in verschiedenen Kontexten und Regionen. Natürlich kann man uns auch mit Fragen einfach kontaktieren. Die Betreuung ist kostenlos: Wir verdienen ja unser Geld mit Provision an erfolgreichen Projekten - wenn die Betreuung gut ist, sind mehr Leute erfolgreich. Win-win!

Wieviele Mitarbeiter werden Sie mittelfristig in Österreich haben?

Wir arbeiten neben mir als Schaltstelle des Österreich-Büros mit einem Netz an freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Regionen. Ob sich der Markt hier rasch entwickelt, werden wir sehen und entsprechend darauf reagieren, was unsere Personalplanung betrifft.

Ist der starke Schweizer Franken auch für Sie ein Kriterium?

Die Ereignisse der letzten Wochen waren nicht ausschlaggebend, zumal wir mit der Planung des Launches viel früher begonnen haben. Natürlich führt das Währungsverhältnis dazu, dass Euro-Projekte für Schweizer UnterstützerInnen potentiell günstig sind, was einen positiven Effekt haben kann, da wemakeit eine grosse Schweizer Community mitbringt.

Linktipp: Übersicht über Veranstaltungen und andere Termine von wemakeit