Zahl der Gründer in Österreich stabil

Leichtes Plus bei Gründungen, deutliche Zunahme bei Gmbh dank light-Regelung.

Recent Posts

Leichtes Plus bei Gründungen, deutliche Zunahme bei Gmbh dank light-Regelung.

28.490 Gründungen wurden im Vorjahr in Österreich registriert, das ist ein einprozentiges Plus gegenüber 2013. Rechnet man die Personaldienstleister dazu, also hauptsächlich selbstständige Pflegerinnen und Pfleger (oftmals mit einem Wohnsitz außerhalb Österreichs), waren es 37.120 Personen, die sich 2014 selbstständig gemacht haben. Für Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl ein "wichtiges Signal" angesichts der "vielfach pessimistischen Stimmung". Der durchschnittliche Gründer ist 37 Jahre alt, 43 Prozent sind Gründerinnen.

Drei Viertel der Gründer starteten als Einzelunternehmen, rund 15 Prozent versuchen es als GmbH. Diese Rechtsform hat dank der jüngsten Änderungen (Stichwort GmbH neu, auch als GmbH light bezeichnet - Senkung des Mindestkapitals von 35.000 auf 10.000 Euro) wieder deutlich zugelegt: Die Kammer spricht von einem Plus von 37 Prozent. "Der Kampf um die GmbH Neu hat sich ausgezahlt", meinte Leitl bei einer Pressekonferenz heute in Wien. Nichtsdestotrotz bleibt die GmbH light deshalb ein Zankapfel, weil die Zahl der Unternehmen, die nachträglich ihr Kapital herabgesetzt haben, im Vorfeld offenbar unterschätzt worden war - mit Auswirkungen auf die Einnahmen durch die Körperschaftssteuer. Nun gibt es eine Pflicht zur Kapitalaufstockung - es wurde sozusagen die "Gmbh light neu" geschaffen. Fakt ist aber, dass die Herabsenkung des notwendigen Kapitals tatsächlich neue Anreize für diese Rechtsform geschaffen hat. Man wird sehen, wie sich das langfristig auswirkt.

Neben der Frage, wie sehr die Verhältnisse am Arbeitsmarkt die Selbstständigkeit oftmals als einzige Möglichkeit offen lässt, bleibt das Thema Finanzierung eine grundlegende Frage bei Gründungen: Gerade junge Unternehmen, die einen gewissen Finanzierungsbedarf haben, stoßen in Österreich oft auf taube Ohren. Die klassische Bankenfinanzierung bleibt aber in vielen Fälle die einzige Alternative zum Lottogewinn - was angesichts der Zurückhaltung der Institute nicht gerade förderlich für die Gründerszene ist. Leitl hat genau das auch angesprochen: Man müsse neben der Bankenfinanzierung, die "an ihre Grenzen gestoßen" sei, weitere Möglichkeiten eröffnen. Der Kammer-Präsident denkt neben Crowdfunding vor allem an den geforderten Business-Angels-Freibetrag.

Interessant scheint die Forderung der Kammer, dass die eigenen Gründerservice-Stellen in Zukunft auch zur Eintragung von Gründungen in das Firmenbuch berechtigt sein sollen. Die notwendige Notariatsbeglaubigung können durch die E-Signatur ersetzt werden; die Freigabe der Eintragung selbst werde aber weiterhin dem jeweils zuständigen Firmenbuchgericht obliegen. Es bleibt abzuwarten, was sich in dieser Hinsicht tun wird.