Crowdfunding an der langen Leine

Tiernahrungs-Hersteller Vivaldi nutzt nun Crowdfunding-Plattform Conda zur Finanzierung der Expansion.

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Tiernahrungs-Hersteller Vivaldi nutzt nun Crowdfunding-Plattform Conda zur Finanzierung der Expansion.

Nachhaltige Ernährung ist ein Schlagwort, das nicht nur Konsumenten (und damit dem Lebensmittelhandel) schmeckt - auch Tiere sollen daran Geschmack finden. Das ist zumindest die Geschäftsidee des Unternehmens Vivaldi. Von den Großkonzernen, die in punkto Tiernahrung die Regale dominieren, will sich Vivaldi abheben, indem ausschließlich bei heimischen Lieferanten eingekauft wird und somit nur "Futter in bester Qualität" hergestellt wird. Die Produkte werden nicht über bekannte Handelspartner vertrieben, sondern direkt über Partnerunternehmen. Das Unternehmen gibt es seit 17 Jahren, derzeit werden laut Aussendung rund 2500 Kunden beliefert.

Vor kurzem hat Vivaldi-Chef Andreas Altermann eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Conda für sein Unternehmen gestartet - das ist ungewöhnlich für diese Branche; mit Crowdfunding bringt man üblicherweise vor allem Technologie-Firmen in Zusammenhang. Doch Vivaldi ist der Beweis, dass zunehmend auch Unternehmen anderer Branchen mittels Massen-Finanzierung an zusätzliches Kapital kommen wollen. Bei Vivaldi beteiligen sich Crowd-Investoren auch nicht an der Entwicklung eines Produkts, sondern erwerben ein sogenanntes "Nachrangdarlehen". Versprochen werden 4,5 Prozent pro Jahr, auszahlbar allerdings nur dann, wenn "die Liquidität des Unternehmens nicht gefährdet ist". Investoren muss klar sein, dass eine solche Art der Beteiligung stets Risiken birgt. Wie der Name Nachrangdarlehen schon sagt, sind diese Investoren die ersten, die etwa bei einem Konkurs des Unternehmens durch die Finger schauen. Andererseits sind solche Darlehen, zumal sie meist nur geringe Höhe haben, für Geldgeber eine einfache Möglichkeit, Start-Ups zu unterstützen. Zugesagt wird im Falle von Vivaldi ein "Wertsteigerungsbonus" - dieser hängt naturgemäß davon ab, wie sich das Unternehmen entwickelt; genaue Angaben dazu gibt es nicht.

Bisher haben sich 34 Investoren mit einer Gesamtsumme von rund 35.000 Euro beteiligt, also mit jeweils rund 1000 Euro. Damit ist ein gutes Drittel der angepeilten Mindestsumme von 100.000 Euro erreicht; die Crowdfunding-Aktion von Vivaldi läuft noch bis 1. März. Investoren würden zudem jährlich Warengutscheine im Wert von maximal 95 Euro erhalten, heißt es seitens des Unternehmens.

Das Geld soll unter anderem in den Ausbau der Katzenfutter-Linie gesteckt werden; mit dieser will Vivaldi den Markteintritt in Deutschland wagen.

Bild oben: Andreas Altermann, Geschäftsführender Gesellschafter von Vivaldi, mit einem offenbar zufriedenen Kunden